Rathausgebäude von Erzhausen
GEORG WEBER ERZHAUSEN, © 2014 Georg Weber

2. Erzhäuser Klimatage 2026 – „Klimawandel im Sport – wie der Klimawandel unseren Sport verändert und wie wir uns vorbereiten können“


Prof. Dr. Sven Schneider der Medizinischen Fakultät Mannheim referierte im Rahmen der zweiten Erzhäuser Klimatage eindrücklich zu „Klimawandel und Sport“ und „Wie der Klimawandel unseren Sport verändert und wie wir uns vorbereiten können“. Dabei vermittelte er einen umfassenden Überblick und legte besonderen Wert auf konstruktive Lösungs- und Handlungsvorschläge.

Extremwettereignisse wie Hitze und Starkregen werden infolge des Klimawandels voraussichtlich an Intensität und Häufigkeit zunehmen und dadurch unseren Sportalltag maßgeblich beeinflussen. Daher gilt es sich beispielsweise vor Dehydrierung, Sonnenbrand oder Hitzeschlag zu schützen. Dabei kann jede und jeder Einzelne Verantwortung übernehmen und präventive Maßnahmen ergreifen, etwa regelmäßige Trinkpausen einzuplanen und auf eine ausreichende Mineralstoffzufuhr zu achten, um den schweißbedingten Verlust auszugleichen. Auch das Tragen einer Kopfbedeckung und langer Sportbekleidung sowie das regelmäßige auftragen von Sonnencreme sind wichtig, da das Schwitzen einen erhöhten Bedarf an UV-Schutz stellt.

Durch die veränderten Witterungsverhältnisse breiten sich zudem Zecken und Stechmücken weiter aus. Auch hiergegen helfen lange und helle Kleidung sowie Schutzsprays.

Allerdings können auch Verbände und Vereine Maßnahmen ergreifen, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Hierzu zählen organisatorische Anpassungen, beispielsweise die bereits erwähnten Verschiebung von Trainingszeiten und Wettkampfterminen. Außerdem ist es sinnvoll, im Vorfeld der Sommermonate Regelwerke für zu erwartende Extremwetterszenarien zu erarbeiten. Vorreiter sind hierfür unter anderem Australien und USA, da in diesen Ländern feste Regelwerke mit Handlungsleitfäden für verschiedene Temperaturgrenzwerte vorliegen, an die sich alle Beteiligten halten. Neben Hitze sollten jedoch auch Starkregenereignisse oder Gewitter berücksichtigt und in die Vorbereitungen einbezogen werden. Durch frühzeitige Informationen kann gegebenenfalls im Vorfeld eine Anpassung eingeplant oder spontan auf die Lage reagiert werden, da Starkregenereignisse oftmals nicht oder nur mit sehr kurzer Vorwarnzeit angekündigt werden können.

Weitere organisatorische Maßnahmen wären das Aufstellen schattenspendender Pavillons für regelmäßige Trinkpausen. Eine sehr einfache und zugleich effektive Maßnahme besteht außerdem darin, eine Sprühflasche mit Wasser parat zu haben, um den Sportlerinnen und Sportlern zwischendurch eine angenehme Abkühlung zu ermöglichen. Auch die Kampfrichterinnen und Kampfrichter sollten nicht vergessen werden. Für sie sollten ebenfalls Rückzugsorte und Sonnenschutz zur Verfügung stehen.

Gegen Hitzeschlag sind unter anderem auch isolierte Eisboxen mit Kühlpacks hilfreich. Solche und zahlreiche weitere Tipps und Tricks hatte Prof. Dr. Schneider parat und bereicherte damit den Abend.

Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet auch nach der Veranstaltung umfangreiches Informationsmaterial. Der DOSB stellt online einen Musterhitzeschutzplan für den organisierten Sport zur Verfügung und bietet darüber hinaus auch weitere Informationsmaterialien. Einen kompakten Leitfaden zu Klimaanpassung und Sport wurde durch die Lust auf besser Leben gGmbH erarbeitet; er steht ebenfalls neben weiteren Informationsmaterialien für Vereine kostenlos online zur Verfügung.